Wozu dienen Pflegehilfsmittel?

Als Pflegehilfsmittel werden alle Geräte und Sachmittel verstanden, welche die häusliche Pflege erleichtern und im Alltag die Beschwerden der pflegebedürftigen Person erheblich lindern. Außerdem ermöglichen diese Hilfsmittel den Betroffenen eine selbstständigere Lebensführung und verbessern damit die Lebensqualität.

Wer hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel?

Anspruch auf die Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel haben Inhaber eines der folgenden, anerkannten Pflegegrade:

  • Pflegegrad 1
  • Pflegegrad 2
  • Pflegegrad 3
  • Pflegegrad 4
  • Pflegegrad 5

Dabei können Sie den Anspruch geltend machen, wenn offensichtlich ist, dass die Pflegehilfsmittel nicht aufgrund einer Krankheit oder Behinderung benötigt werden, für deren Unterstützung die Krankenkasse zuständig wäre.

Darüber hinaus müssen Sie sich in häuslicher Pflege befinden. Darunter fällt die Pflege zuhause, aber auch in betreutem Wohnen oder in einer WG. Werden Sie stationär gepflegt, haben Sie keinen Anspruch auf die Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel.

Wer trägt die Kosten für Pflegehilfsmittel?

Erfüllen Sie die oben genannten Voraussetzungen, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die Pflegehilfsmittel. Hierfür müssen Sie lediglich einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Diesen stellen Sie in der Regel nur einmal. Erhalten Sie einen positiven Bescheid, können Sie fortan über ein Kostenübernahme-Formular monatlich mit der Pflegekasse abrechnen.

Beziehen Sie eine der sogenannten Pflegehilfsmittel-Boxen, rechnet der Anbieter oft direkt mit der Pflegekasse ab, sodass Sie lediglich den ersten Kostenübernahmeantrag stellen müssen. Dies gilt auch, wenn Sie von einem ambulanten Pflegedienst betreut werden.

Erhalten Sie ein technisches Pflegehilfsmittel, müssen Sie dieses über einen Vertragspartner der Pflegekasse beziehen. Welche Vertragspartner sich in Ihrer Nähe befinden, teilt Ihnen die Pflegekasse auf Anfrage mit. Entscheiden Sie sich für einen anderen Anbieter, müssen Sie eventuell entstehende Mehrkosten selbst tragen.

Wie hoch ist der Eigenanteil für Pflegehilfsmittel?

Versicherte ab dem 18. Lebensjahr müssen in der Regel einen Eigenanteil von 10 Prozent je Pflegehilfsmittel leisten. Dieser ist jedoch auf maximal 25 Euro je Hilfsmittel beschränkt.

Für Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, können Sie bei der Pflegekasse die Hilfsmittelpauschale beantragen. Diese beträgt monatlich 40 Euro.

Welche Pflegehilfsmittel gibt es?

Welche Dinge als Pflegehilfsmittel verstanden werden, legt das Pflegehilfsmittel-Verzeichnis, auch als Pflegehilfsmittel-Katalog bekannt, fest. Hier werden alle Pflegehilfsmittel aufgelistet, sodass Betroffene nachvollziehen können, welche Dinge von der Pflegekasse übernommen werden. Je nach Art und Kostenaufwand der Pflegehilfsmittel werden diese den Betroffenen entweder dauerhaft oder leihweise zur Nutzung überlassen.

Der Pflegehilfsmittel-Katalog gliedert die Pflegehilfsmittel in fünf verschiedene Produktgruppen:

PG50

Dies sind Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege.

PG51

Hier finden sich Pflegehilfsmittel zur Körperpflege und Hygiene.

PG52

Umfasst diejenigen Hilfsmittel, die zu einer selbstständigeren Lebensführung beitragen.

PG53

Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden.

PG54

Diese Produktgruppe verzeichnet zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel.

Innerhalb dieser Produktgruppen unterscheiden die Pflegekassen zwischen zwei verschiedenen Arten von Pflegehilfsmitteln:

Technische Pflegehilfsmittel

Hierzu gehören die Hilfsmittel aus den Produktgruppen PG 50, PG 52 und PG 53. Beispielsweise sind ein Pflegebett oder ein Rollator sogenannte technische Pflegehilfsmittel. Diese Hilfsmittel werden oft, aufgrund ihrer Größe, Beschaffenheit und Kostenpunkte, nur leihweise zur Verfügung gestellt.

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Diese Pflegehilfsmittel finden sich in der PG 54, können aber auch aus der PG 51 stammen. Hierzu zählen unter anderem Betteinlagen, Einmalhandschuhe oder Tupfer und anderer Wundverband.

Wie stellt man einen Antrag auf Pflegehilfsmittel?

Der Antrag auf die Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel kann formlos erfolgen, das bedeutet, Sie können ein einfaches Schreiben an Ihre Pflegekasse vorbereiten. Um die Bearbeitung zu beschleunigen, sollte das Schreiben folgende Punkte beinhalten:

  • Name des Pflegebedürftigen
  • Geburtsdatum
  • Versichertennummer
  • Art des Pflegehilfsmittels

Was ist der Unterschied zwischen Pflegehilfsmitteln und medizinischen Hilfsmitteln?

Pflegehilfsmittel sollten nicht mit medizinischen Hilfsmitteln verwechselt werden. Folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Diese Pflegehilfsmittel finden sich in der PG 54, können aber auch aus der PG 51 stammen. Hierzu zählen unter anderem Betteinlagen, Einmalhandschuhe oder Tupfer und anderer Wundverband.

Pflegehilfsmittel

> Werden von der Pflegekasse bezahlt
> Keine Ärztliche Verordnung nötig
> Erleichtern den Alltag in der Pflege

medizinische Hilfsmittel

> Werden von der Krankenkasse bezahlt
> Benötigt eine Ärztliche Verordnung
> Unterstützen die Krankenbehandlung
> beugen einer Behinderung vor

Bildnachweis: Shutterstock (1265714446)

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