Erste Schritte

Vor dem Einbau eines Treppenlifts müssen selten größere bauliche Veränderungen im Treppenhaus vorgenommen werden. Je nach Modell kann es jedoch vorkommen, dass der Handlauf der Treppe für den Einbau der Schienen umgesetzt werden muss. Im Regelfall können Treppenlifte aber an jeder Treppe installiert werden – unabhängig von deren Form und Länge. Das Führungsschienen werden in der Regel direkt entlang der Treppe befestigt, meist an der Wand des Treppenhauses. Auch eine Befestigung auf den Stufen  ist möglich.

Was muss beim Treppenlift-Einbau beachtet werden?

Vor dem Einbau eines Treppenliftes ist es ratsam, eine Checkliste mit den wichtigsten Aspekten abzuarbeiten. Diese berücksichtigt alle relevanten Kriterien, die über Machbarkeit, Typ und Einbau des Treppenlifts entscheiden. Folgende Aspekte sind dabei besonders wichtig:

Bauliche Gegebenheiten der Treppe

Nach Installation des Treppenlifts darf die die Treppen Mindestlaufbreite von 0,8 Metern (in Häusern mit mehr als zwei Wohneinheiten 1,0 Meter) nicht maßgeblich unterschritten werden. Neben der Treppenbreite sind auch Form und Länge der Treppe entscheidend. Wendeltreppen oder Treppenhäuser mit vielen Absätzen sind aufwendiger mit einem Treppenlift zu versehen. Der Einbau ist dadurch mit höheren Kosten verbunden.

Anfangs- und Endbereich der Treppe

Nicht nur die Treppe selbst, sondern auch Beginn und Ende sind für die Treppenlift Montage von Bedeutung. Hier muss vor allem geprüft werden, ob der Treppenlift Türen behindern könnte oder ob Fluchtwege durch den „parkenden“ Treppenlift verstellt werden. Dies ist vor allem in Häusern mit mehreren Parteien (Mehrfamilienhäuser / Mietshäuser) relevant.

Bauaufsichtliche Anforderungen

Der Treppenlift kann nur unter Berücksichtigung entsprechender Bestimmungen der Bauaufsichtsbehörde eingebaut werden. Hierzu zählen die Mindestlaufbreite, Brandschutzbestimmungen und das Offenhalten von Fluchtwegen. Eine Baugenehmigung muss für den Einbau in nicht-öffentlichen Gebäuden jedoch NICHT eingeholt werden. Die Vorgaben sind durch die Landesbauordnungen (LBO) sowie die DIN 18065 (technische Baubestimmungen) definiert.

Mieterrecht und der Einbau in Eigentumswohnungen

Je nach Wohn- und Eigentumslage muss im Vorfeld  Rücksprache mit dem Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft gehalten werden. Hierbei sieht die Rechtslage aber Entscheidungen zugunsten der beeinträchtigten Partei vor. Die Kosten sind im Zweifel von der Mietpartei zu tragen. Weil sich der Immobilienwert jedoch durch barrierefreie Umbauten steigern lässt, sollten in der Praxis individuelle Vereinbarungen getroffen werden. 

Treppenlift-Montage: die Voraussetzungen im Detail

  • Die Treppe darf in ihrer Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt werden.
  • Nach der Montage des Treppenlifts, muss der Handlauf der Treppe noch uneingeschränkt nutzbar sein.
  • Der Treppenlift muss sich manuell verschieben lassen können.
  • Sofern der Treppenlift nicht gerade genutzt wird, muss sich dieser in einer Parkposition befinden.
  • Die Mindestlaufbreite der Treppe von einem Meter darf durch den ausgeklappten Treppenlift nicht maßgeblich und dauerhaft unterschritten werden.
  • Wird die treppenlauflinie oder der Gehbereich nicht verändert, ist eine untere Einschränkung des Lichtraumprofil von maximal 20 cm Breite und 50 cm Höhe hinnehmbar. 
  • Mit hochgeklappten Sitz bzw aufgeklappter Plattform und ohne Passagiere muss die Restlaufbreite der Treppe noch 60 cm betragen.

Was kostet der Treppenlift-Einbau?

In der Regel sind die Kosten für den Einbau eines Treppenlifts bereits im Kaufpreis enthalten. Je länger und kurviger die Treppe ist, desto höher liegen die Gesamtkosten. Kaufen Sie den Treppenlift allerdings gebraucht oder entscheiden Sie sich für ein Modell zur Miete, werden die Einbaukosten oft separat erhoben.

Teurer als der Einbau selbst ist meist die Anfertigung der Schienen bei Kurventreppenliften oder dem Einbau über mehrere Etagen. Um zu entscheiden, ob vorhandene Treppenliftschienen beim Gebrauchtkauf übernommen werden können, ist ein Aufmaß unerlässlich. Anschließend sollten Sie ein Angebot über die Montage des Treppenlifts einholen.

Tipp: Mit einem anerkannten Pflegegrad erhalten Sie beispielsweise einen Zuschuss von der Pflegekasse. Unabhängig vom Alter und Gesundheitszustand wird altersgerechter Umbau auch durch die KfW gefördert

Erfolgreich: Wer möchte das Angebot erhalten?

Die Checkliste zur Machbarkeit für Ihren Treppenlift

Kann ein Treppenlift an jeder Treppe, unabhängig von ihrer Form verbaut werden? Und welche Vorschriften hinsichtlich Mindestlaufbreite und Brandschutz müssen beim Treppenlift-Einbau eingehalten werden? Mehr dazu erfahren Sie in unserer Checkliste zur Treppenlift-Machbarkeit.

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Einbau eines Treppenlifts: Welche bauaufsichtlichen Anforderungen müssen beachtet werden?

Vor dem Einbau eines Treppenlifts müssen nicht nur das Modell ausgewählt und die Kosten kalkuliert werden, auch die bauaufsichtlichen Bestimmungen sollten bedacht sein. Zum einen regeln die Bauordnungen der Länder die baulichen Anforderungen an Treppen, zum anderen müssen Treppenhäuser die Anforderungen an die Maße gemäß DIN 18065 erfüllen. Diese DIN-Norm legt die genaue Definition aller Treppenbestandteile fest und gibt darüber hinaus die Maßgaben für das Aufmaß, das für die Anfertigung der Treppenliftschienen nötig ist. Aus dieser Norm erschließt sich beispielsweise auch die Mindestlaufbreite von 80 bis 100 Zentimetern, die auf der Treppe nach Einbau eines Treppenlifts nach wie vor zur Verfügung stehen muss. Grundsätzlich benötigen Betroffene für den Einbau des Treppenlifts aber keine Baugenehmigung, wenn die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden.

Darüber hinaus müssen nicht nur die baurechtlichen Bestimmungen eingehalten werden, auch die sonstigen, gesetzlichen Regelungen für Mieter und für Bewohner von Eigentumswohnungen finden Beachtung. Mieter haben nach §554a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) einen Anspruch darauf, ihren Wohnraum barrierefrei zu erreichen. Entsprechend müssen Vermieter dem Einbau eines Treppenlifts zustimmen, können dabei aber einen Einbau auf eigene Kosten verlangen.

Für Besitzer von Eigentumswohnungen ist das Genehmigungsverfahren hingegen etwas umständlicher. Grundsätzlich muss vor dem Einbau die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft eingeholt werden. Zu Gunsten gehbeeinträchtigter Eigentümer hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil von 2017 festgelegt, dass die Eigentümergemeinschaft den Einbau des Treppenlifts dulden muss. Hier wird sich auf das Recht auf einen barrierefreien Zugang zum Wohnraum bezogen, das auch Mieter genießen. Allerdings muss die Eigentümergemeinschaft den Einbau eines Treppenlifts nur dulden, wenn dieser auf eigene Kosten geschieht. Für den Hausfrieden ist es in jedem Fall ratsam, bei allen Beteiligten um ihre Zustimmung zu werben.

Ungeachtet der Eigentumsverhältnisse müssen beim Einbau des Treppenlifts die entsprechenden Vorschriften beachtet werden. Hierbei müssen, neben der Mindestlaufbreite, vor allem Brandschutzbestimmungen eingehalten und Fluchtwege freigehalten werden.

Bildnachweis: Shutterstock (1347045770)

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