Treppenlift-Kosten: Zahlt die Krankenkasse?

Mehrere tausend Euro, teilweise 5-stellige Beträge: Wer auf einen Treppenlift angewiesen ist, muss tief in die Tasche greifen. Bei der Suche nach Finanzierungshilfen und Zuschüssen steht die Krankenkasse an erster Stelle. Schließlich ist der Treppenlift oft medizinisch notwendig. Aber zahlt die Krankenkasse tatsächlich für einen Treppenlift und wenn ja: Wie hoch ist die Kostenbeteiligung?
WISSEN

Pflegekasse als Ansprechpartner bei Treppenlift-Finanzierung

Wer bereits in einen Pflegegrad eingestuft wurde, sollte bei der Pflegekasse (ist der Krankenkasse angegliedert) einen formlosen “Antrag auf Zuschuss zu einer wohnumfeldverbessernden Maßnahme” stellen. Ab Pflegegrad 1 beteiligt sich die Versicherung mit bis zu 4.000 Euro pro Person an barrierefreien Umbauten. Leben mehrere zuschussberechtigte Personen im gleichen Haushalt, wird der Pflegekassenzuschuss bis zu vier Personen gewährt. Das entspricht einer maximalen Förderung von einmalig 16.000 Euro pro Haushalt.

Wichtig

Der Zuschuss der Pflegeversicherung bezieht sich nicht ausschließlich auf die Finanzierung eines Treppenlifts, sondern kann für alle weiteren barrierefreien Umbauten (z. B. ein barrierefreies / behindertengerechtes Badezimmer) genutzt werden. Wurden bereits Teile des Budgets aufgebraucht, fällt der Zuschuss dementsprechend niedriger aus. Lediglich bei einem veränderten Pflegebedarf kann der Zuschuss ein zweites Mal gewährt werden.

Ist ein Treppenlift ein Pflegehilfsmittel?

Treppenlifte gelten NICHT als Hilfsmittel und werden von den gesetzlichen Kranken- / Pflegekassen deshalb nicht direkt bezuschusst. Anders sieht das bei den privaten Versicherungen aus. Die privaten Kranken- und Pflegekassen müssen sich nicht zwingend an das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes halten, sondern können selbst bestimmten, welche Anschaffungen bezuschusst werden und welche nicht. 

Pflegekassenzuschuss auch für gebrauchte Treppenlifte möglich

Weil sich der Zuschuss der (gesetzlichen) Krankenkassen wie schon erwähnt nicht exklusiv auf den Treppenlift-Kauf bezieht, ist es prinzipiell egal, ob ein gebrauchtes oder neues Modell  angeschafft wird. Wer nur temporär, beispielsweise im Rahmen der häuslichen Kurzzeitpflege, auf eine Mobilitätshilfe angewiesen ist, kann auch die Treppenlift-Miete  mit dem Zuschuss der Pflegeversicherung finanzieren.

Wenn Sie privat versichert sind, sollten Sie deshalb Rücksprache mit Ihrem Berater / Ihrer Beraterin halten und die Tarifbedingungen genau prüfen. Eventuell beteiligt sich ihre private Pflegeversicherung direkt an den Treppenlift-Kosten.

Beispielrechnung

Sitzlift (gerade Ausführung)

4.500 Euro

+ Montage

inklusive

– Pflegekassenzuschuss

4.000

= Eigenanteil

500 Euro

Tipp:

Der verbleibende Eigenanteil nach Abzug aller Zuschüsse kann als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden.

Noch kein Pflegegrad zugeteilt?

Falls Ihnen bzw. Ihrem Angehörigen noch keinen Pflegegrad zugeteilt wurde, können Sie diesen formlos bei der zuständigen Pflegekasse beantragen. Wie das geht und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Weitere Finanzierungshilfen

KfW-Zuschuss / Kredit

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert barrierefreie Umbauten mit einem Investitionszuschuss und zinsgünstigen Krediten.

Agentur für Arbeit

Finanziell bedürftige Menschen werden bei der Finanzierung des Eigenanteils von der Agentur für Arbeit bzw. dem Grundsicherungsamt unterstützt.

Zuschüsse für Arbeitgeber

Bei der Gestaltung barrierefreier Arbeitsplätze können Arbeitgeber einen Zuschuss beim Integrationsamt beantragen.

Regionale Förderung

Viele Landesbanken unterstützen barrierefreie Modernisierungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern mit günstigen Darlehen.

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